Die Boeing 737-7 hat die Zulassung der US-Luftfahrtbehörde FAA erhalten. Die Behörde erteilte Boeing eine ergänzte Musterzulassung für die kleinste Variante der 737-MAX-Familie. Damit ist das Flugzeug in den USA für den kommerziellen Einsatz zugelassen. Boeing bereitet gemeinsam mit Erstkunde Southwest Airlines die ersten Auslieferungen vor.
Der Abschluss des Zertifizierungsverfahrens folgt auf ein Testprogramm, das bereits 2018 begonnen hatte. Boeing absolvierte nach eigenen Angaben mehr als 1.000 Stunden Flug- und Bodentests. Hinzu kamen umfangreiche Sicherheitsanalysen der Flugzeugsysteme sowie Untersuchungen zu Human Factors, also zur Interaktion zwischen Menschen und technischen Systemen.
Engine-Anti-Ice-System während der Erprobung überarbeitet
Während der Flugerprobung wurde auch das Engine-Anti-Ice-System angepasst. Hintergrund war ein potenzieller Zustand, den Boeing während der Tests festgestellt hatte. Das System schützt Bereiche des Triebwerks vor Eisbildung und wurde im Rahmen des Zulassungsprogramms entsprechend überarbeitet.
Nach Angaben von Boeing führte das Unternehmen während der Zertifizierung regelmäßig detaillierte Gespräche mit der FAA. Mike Sinnett, Senior Vice President Product Strategy, Product Development and Development Programs bei Boeing, verweist insbesondere auf neue regulatorische Anforderungen sowie eine stärkere Berücksichtigung von Human Factors, Sicherheit und Qualität im Entwicklungsprozess.
737-7 bietet bis zu 3.800 nautische Meilen Reichweite
Die 737-7 ist das kleinste Mitglied der 737-MAX-Familie. In einer typischen Zweiklassenkonfiguration bietet sie Platz für 135 bis 160 Passagiere. Mit einer maximalen Reichweite von 3.800 nautischen Meilen beziehungsweise rund 7.040 Kilometern hat sie zugleich die größte Reichweite innerhalb der MAX-Familie. Boeing gibt an, dass die 737-7 gegenüber den Flugzeugen, die sie typischerweise ersetzt, rund 20 Prozent weniger Treibstoff verbraucht und entsprechend weniger CO₂ ausstößt. Die Lärmkontur soll um 50 Prozent kleiner ausfallen.
Boeing und Southwest Airlines arbeiten inzwischen an der Vorbereitung der ersten Flugzeuge für die Auslieferung. Dazu gehören noch Anpassungen an der endgültigen Konfiguration. Parallel hat die FAA das Produktionszertifikat PC 700 von Boeing um die 737-7 erweitert.
Bild: Boeing
