Die US Navy hat Boeing mit der Entwicklung und dem Bau ihres künftigen trägergestützten Kampfflugzeugs F/A-XX beauftragt. Der Jet der sechsten Generation soll langfristig die F/A-18E/F Super Hornet ablösen. Nach Angaben von AeroTime hat der Entwicklungsauftrag ein Volumen von mehr als 20 Milliarden US-Dollar.
Mit dem F/A-XX bereitet die US Navy die nächste Generation ihrer trägergestützten Kampfflugzeuge vor. Laut einem Bericht von AeroTime soll der neue Strike Fighter ab den 2030er-Jahren zunächst die vorhandene Flotte ergänzen und später sowohl die F/A-18E/F Super Hornet als auch die EA-18G Growler ersetzen. Die F-35C Lightning II soll weiterhin parallel eingesetzt werden.
Der Entwicklungsvertrag umfasst demnach mehrere Erprobungsflugzeuge für Bodenversuche, Flugtauglichkeitsprüfungen sowie die Erprobung der Flugzeugsysteme und die Integration der Bewaffnung.
F/A-XX soll Reichweite und Überlebensfähigkeit verbessern
Die Navy erwartet von dem neuen Kampfflugzeug eine größere Reichweite und eine höhere Überlebensfähigkeit als bei der bisherigen Super Hornet. Boeing nennt außerdem fortschrittliche Missionssysteme und eine offene Missionssystemarchitektur (Open Mission Systems Architecture). Diese ermöglicht es grundsätzlich, einzelne Systeme über definierte Schnittstellen zu integrieren und später weiterzuentwickeln.
Welche technischen Lösungen Boeing für den F/A-XX vorsieht, ist bislang nicht bekannt. Angaben zum Antrieb, zur Avionik oder zu den Waffensystemen wurden nicht veröffentlicht. Laut Boeing bleiben technische Einzelheiten und Programmdaten aus Gründen der nationalen Sicherheit unter Verschluss.
Die US Navy hat ein erstes offizielles Rendering des F/A-XX freigegeben. Rückschlüsse auf die endgültige Konfiguration des Kampfflugzeugs lassen sich daraus bislang nicht ziehen.
Boeing entwickelt parallel den F-47 für die US Air Force
Mit dem Auftrag sichert sich Boeing das zweite aktuelle amerikanische Entwicklungsprogramm für bemannte Kampfflugzeuge der sechsten Generation. Bereits im März 2025 hatte die US Air Force Boeing für die Entwicklung des F-47 ausgewählt. Das Flugzeug entsteht im Rahmen des Next Generation Air Dominance-Programms (NGAD).
Beide Programme sollen parallel umgesetzt werden. Boeing hatte nach eigenen Angaben bereits vor den Vergabeentscheidungen entsprechende Investitionen eingeplant.
Dazu gehört eine neue, besonders gesicherte Fertigungsanlage in St. Louis, die derzeit gebaut wird. Sie soll in ein durchgängig digitales Entwicklungs- und Fertigungssystem eingebunden werden und die Produktion mehrerer künftiger Kampfflugzeugmuster ermöglichen. Zusätzlich investiert Boeing nach eigenen Angaben in Technologien und Personal.
Bild: US Navy/Boeing
