JetZero hat heute bekannt gegeben, im Rahmen des FAA-Forschungsprogramms CLEEN IV 5,3 Millionen US-Dollar für die Erprobung der Triebwerksintegration seines Blended-Wing-Body-Demonstrators Jet1 zu erhalten.
Im Mittelpunkt stehen die oberhalb des Rumpfes angeordneten Triebwerke. Mit zusätzlicher Instrumentierung an Triebwerken und Gondeln sollen Luftströmungen am Triebwerkseinlass und am Fanaustritt unter realen Betriebsbedingungen untersucht werden, unter anderem beim Start, Steigflug, Reiseflug und bei Seitenwind am Boden.
Die Daten sollen helfen, das Strömungsverhalten dieser ungewöhnlichen Einbauposition zu validieren. JetZero verspricht sich von seinem Z4-Konzept langfristig bis zu 50 Prozent weniger Kraftstoffverbrauch gegenüber vergleichbaren konventionellen Flugzeugen.
Triebwerksintegration stellt besondere aerodynamische Anforderungen
Im Unterschied zu konventionellen Verkehrsflugzeugen befinden sich die Triebwerke des Jet1 auf der Oberseite des hinteren Flugzeugkörpers. Diese Anordnung kann zur Lärmminderung beitragen, bringt jedoch aerodynamische Herausforderungen für die Entwickler mit sich. Zu untersuchen sind vor allem die Wechselwirkungen zwischen der Grenzschicht am Flugzeugkörper und der Strömung am Triebwerkseinlass. Eine ungleichmäßige Anströmung kann sich auf die Betriebsbedingungen des Fans und die Verdichterstabilität auswirken.
Als maßstabsgetreuer Technologiedemonstrator dient der Jet1 der Entwicklung des geplanten Verkehrsflugzeugs Z4. Bei der Erprobung soll sich klären, in welchem Umfang die aerodynamischen Eigenschaften des Blended-Wing-Body-Konzepts unter realen Flugbedingungen bestätigt werden können. Für den Erstflug des Demonstrators ist 2027 eingeplant.
JetZero greift beim Jet1 auf bereits etablierte Triebwerkstechnologie zurück. Für die Integration von PW2040-Triebwerken aus der PW2000-Familie ist Pratt & Whitney zuständig. Dadurch kann das Programm seinen Schwerpunkt auf die Erprobung der neuartigen Flugzeugkonfiguration und ihrer Systemintegration legen, ohne parallel ein vollständig neues Triebwerk entwickeln zu müssen.
Für den geplanten Z4 ist die Beförderung von rund 250 Passagieren über Entfernungen von bis zu 5.000 nautischen Meilen vorgesehen. Weitere Tests müssen belegen, ob die angestrebten Verbrauchsvorteile auch im späteren Flugbetrieb erzielt werden können.
