MTU Aero Engines hat in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2026 erstmals ein bereinigtes operatives Ergebnis von mehr als einer Milliarde Euro erzielt. Der Münchner Triebwerksspezialist steigerte seinen bereinigten Umsatz um 13 Prozent auf 7,1 Milliarden Euro. Besonders stark entwickelte sich erneut das Geschäft mit der zivilen Triebwerksinstandhaltung (MRO), dessen Umsatz um 19 Prozent auf 5,1 Milliarden Euro wuchs.
Die Geschäftszahlen zeigen, dass speziell die Nachfrage nach Wartungs- und Instandhaltungsleistungen für Flugzeugtriebwerke weiterhin hoch ist. Während der bereinigte Umsatz im OEM-Geschäft, zu dem unter anderem die Entwicklung und Fertigung von Triebwerkskomponenten sowie das Ersatzteilgeschäft gehören, lediglich um zwei Prozent auf 2,1 Milliarden Euro stieg, legte die zivile Instandhaltung um 19 Prozent zu. Damit erwirtschaftet MTU inzwischen mehr als 70 Prozent seines bereinigten Konzernumsatzes mit der zivilen Triebwerksinstandhaltung.
Zum Wachstum trägt insbesondere das Geschäft mit Getriebefan-Triebwerken bei, auf das inzwischen rund 45 Prozent des zivilen MRO-Umsatzes der MTU entfallen. Trotz des Ergebnisanstiegs sank die bereinigte EBIT-Marge des Konzerns jedoch von 15,9 auf 14,6 Prozent.
Nachfrage nach MTU-Produkten und -Dienstleistungen anhaltend hoch
„Die MTU hat erneut eine starke Leistung gezeigt. Wir setzen unseren Erfolgskurs fort“, sagte Dr. Johannes Bussmann, Vorstandsvorsitzender der MTU Aero Engines AG. „Die Nachfrage nach unseren Produkten und Dienstleistungen ist anhaltend hoch. Vor diesem Hintergrund präzisieren wir heute unsere Umsatzprognose. Den Ausblick für die Cash Conversion Rate passen wir bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr an.“
MTU Aero Engines: Geschäftszahlen der ersten neun Monate 2026
Nachfolgend die Pressemitteilung der MTU Aero Engines AG vom 29. Oktober 2026 im Wortlaut:
Die MTU Aero Engines AG hat ihre Geschäftszahlen für die ersten neun Monate 2026 vorgelegt: Das Unternehmen hat ein Umsatzplus von 13 % erwirtschaftet und den bereinigten Umsatz von 6,3 Mrd. € auf 7,1 Mrd. € gesteigert. Das bereinigte operative Ergebnis1 lag mit 1.042 Mio. € um 5 % höher als im Vergleichszeitraum 2025 (1-9/2025: 995 Mio. €). Die bereinigte EBIT-Marge erreichte 14,6 % (1-9/2025: 15,9 %). Der bereinigte Gewinn nach Steuern2 stieg um 4 % von 720 Mio. € auf 751 Mio. €.
Prognose 2026
Finanzvorständin Katja Garcia Vila ergänzte: „In unserer Umsatzerwartung schlägt sich neben der hohen Nachfrage auch ein günstigerer US-Dollar-Wechselkurs nieder. Wir gehen davon aus, dass wir 2026 einen Umsatz von 9,5 bis 9,7 Mrd. € erreichen.“ Bisher hatte die MTU für das Geschäftsjahr 2026 einen bereinigten Umsatz zwischen 9,2 Mrd. € und 9,7 Mrd. € erwartet. Gestützt wird die Umsatzerwartung vor allem von der zivilen Instandhaltung und vom Ersatzteilgeschäft. In beiden Geschäftssegmenten hat die MTU ihren Ausblick für den Anstieg des organischen bereinigten Umsatzes auf US-Dollar-Basis an das obere Ende der bisherigen Prognosespannen angehoben: In der zivilen Instandhaltung rechnet das Unternehmen 2026 mit einem organischen Umsatzplus im mittleren Zehner-Prozentbereich; bisher war die MTU von einem Umsatzanstieg im niedrigen bis mittleren Zehner-Prozentbereich ausgegangen. Auch der organische Umsatz des Ersatzteilgeschäfts dürfte 2026 im mittleren Zehner-Prozentbereich wachsen. Bisher war im Ersatzteilgeschäft ein Anstieg im niedrigen bis mittleren Zehner-Prozentbereich erwartet worden. Das organische Umsatzplus im zivilen Seriengeschäft dürfte 2026 einen mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich erreichen. Hier lag die ursprüngliche Umsatzerwartung bei einem Anstieg im mittleren bis hohen Zehner-Prozentbereich. Unverändert bleibt der Ausblick für das Militärgeschäft: Der Umsatz des Militärgeschäfts dürfte 2026 im mittleren Zehner-Prozentbereich zunehmen.
„Stark entwickelt hat sich auch unser Free Cashflow. Die Cash Conversion Rate erreichte in den ersten neun Monaten 62 % und lag damit über unseren Erwartungen für das Gesamtjahr“, so Garcia Vila weiter. „Für das Gesamtjahr passen wir unseren CCR-Ausblick heute erneut an.“ Die MTU rechnet für 2026 jetzt mit einer Cash Conversion Rate zwischen 55 und 60 %. Bereits zum Halbjahr hatte sie das CCR-Ziel von 45 bis 55 % auf 50 bis 60 % angehoben. Die Cash Conversion Rate drückt das Verhältnis von Free Cashflow zu bereinigtem Gewinn nach Steuern aus. Die übrigen Prognosewerte bleiben unverändert: Das bereinigte EBIT soll 2026 1,35 Mrd. € bis 1,45 Mrd. € erreichen. Der bereinigte Gewinn nach Steuern dürfte sich analog zum bereinigten EBIT entwickeln. Die Prognose der MTU basiert auf einem Dollarkurs von 1,15 US-$ / € im vierten Quartal 2026.
Umsatzplus in der zivilen Instandhaltung (MRO) und im Militärgeschäft
In den ersten neun Monaten 2026 hat die MTU den bereinigten Umsatz sowohl in der zivilen Instandhaltung als auch im Militärgeschäft gesteigert.
Mit einem Plus von 19 % auf 5,1 Mrd. € erzielte das Unternehmen in der zivilen Instandhaltung den höchsten prozentualen Umsatzzuwachs (1-9/2025: 4,3 Mrd. €). „Auf Dollar-Basis lag das Umsatzplus in der zivilen MRO bei 23 %“, ergänzte Garcia Vila. Den größten Beitrag zum Umsatzanstieg leisteten neben den Getriebefan-Triebwerken insbesondere die unabhängige MRO, das Leasing- und Asset-Management-Geschäft und die Teilereparatur. Die Getriebefan-MRO hatte in den ersten neun Monaten 2026 einen Anteil von rund 45 % an der zivilen Instandhaltung. Garcia Vila: „In der Getriebefan-Instandhaltung hat sich nicht nur die Anzahl der Shop Visits erhöht, sondern auch der Materialeinsatz.“
Der bereinigte Umsatz des Militärgeschäfts stieg in den ersten neun Monaten um 13 % und erreichte 472 Mio. € (1-9/2025: 418 Mio. €). Die wichtigsten Umsatztreiber waren der Eurofighter-Antrieb EJ200 und das TP400-D6 für den Militärtransporter A400M. Bussmann: „Vorangetrieben haben wir auch unsere Expertise auf dem Gebiet der Antriebe für die nächste europäische Kampfflugzeug-Generation. Unsere Kompetenzen und Erfahrungen wollen wir auch in Zukunft weiter einbringen und damit ein unverzichtbarer Partner auf dem Gebiet der militärischen Antriebe bleiben.“
Im zivilen Triebwerksgeschäft lag der bereinigte Umsatz in den ersten neun Monaten mit 1,6 Mrd. € auf dem Niveau des Vergleichszeitraums (1-9/2025: 1,6 Mrd. €). Innerhalb des zivilen Triebwerksgeschäfts ist der Umsatz des zivilen Seriengeschäfts organisch auf Dollar-Basis im mittleren einstelligen Prozentbereich gewachsen. „Der Produktmix zeigt einen höheren Anteil an Serientriebwerken bei stabilen Ersatztriebwerk-Auslieferungen und damit eine Normalisierung des Anteils an Ersatztriebwerken“, so Garcia Vila. Im Ersatzteilgeschäft lag das organische Umsatzplus in US-Dollar im mittleren Zehner-Prozentbereich. Den Umsatzzuwachs des Ersatzteilgeschäfts stützten vor allem das V2500 für die klassische A320-Familie sowie das PW1100G-JM für die A320neo, außerdem die Pratt-&-Whitney-Canada-Programme für Geschäftsreiseflugzeuge.
Insgesamt erreichte der bereinigte Umsatz im OEM-Geschäft in den ersten neun Monaten ein Plus von 2 % auf 2,1 Mrd. € (1-9/2025: 2,1 Mrd. €).
Auftragsbestand bei 29,8 Mrd. €
Der Auftragsbestand lag Ende September mit 29,8 Mrd. € auf dem Vorjahresniveau (31. Dezember 2025: 29,5 Mrd. €). Den höchsten Anteil am Auftragsbestand hatten die Antriebe der Pratt & Whitney GTF™-Triebwerksfamilie, vor allem das PW1100G-JM, und das V2500.
Ergebnisplus in der zivilen Instandhaltung
Die MTU hat das bereinigte EBIT der zivilen Instandhaltung in den ersten neun Monaten 2026 um 15 % von 355 Mio. € auf 408 Mio. € gesteigert. Die bereinigte EBIT-Marge des MRO-Geschäfts lag bei 8,0 % nach 8,3 % im Vergleichszeitraum. „Die Marge ist vor dem Hintergrund des Hochlaufs unseres Standorts in Fort Worth und des höheren Anteils der Getriebefan-MRO sehr solide. Der starke Beitrag unseres MRO-Kerngeschäfts und unseres Leasing- und Asset-Management-Bereichs wirkten hier positiv“, ordnete Garcia Vila ein.
Im OEM-Geschäft erzielte die MTU auf Neun-Monats-Sicht mit 633 Mio. € ein bereinigtes Ergebnis auf dem Niveau des gleichen Vorjahreszeitraums (1-9/2025: 640 Mio. €). Die bereinigte EBIT-Marge erreichte 30,3 % nach 31,1 % im Vergleichszeitraum.
296 Mio. € für Forschung und Entwicklung
In den ersten neun Monaten 2026 sind 296 Mio. € in Forschung und Entwicklung geflossen, 8 % mehr als im Vergleichszeitraum (1-9/2025: 275 Mio. €). Schwerpunkte der Forschungs- und Entwicklungstätigkeit der MTU bildeten Leistungsverbesserungen der Getriebefan-Programme sowie Technologiestudien für zukünftige evolutionäre und revolutionäre Antriebsgenerationen.
Free Cashflow steigt um 67 % auf 466 Mio. €
Der Free Cashflow der MTU ist um 67 % von 279 Mio. € auf 466 Mio. € gestiegen. Die Cash Conversion Rate erreichte 62 % (1-9/2025: 39 %). Garcia Vila: „Diese starke Entwicklung unterstreicht einmal mehr unsere starke operative Leistungsfähigkeit und die Erfolge unseres disziplinierten Cash-Managements. Die MTU setzt ihr profitables Wachstum erfolgreich in Cash-Generierung um und investiert gleichzeitig weiter in die Zukunft.“
Netto-Auszahlungen in Sachanlagen plus 82 % auf 280 Mio. €
Die Netto-Auszahlungen in Sachanlagen sind in den ersten neun Monaten 2026 um 82 % auf 280 Mio. € gestiegen (1-9/2025: 154 Mio. €). Verwendet wurden die Mittel insbesondere für den Ausbau der Produktionskapazitäten in Deutschland und im US-amerikanischen Fort Worth, außerdem für Ersatzbeschaffungen im Anlagen- und Maschinenpark sowie für die Erweiterung der Kapazitäten des Triebwerksleasing- und Asset-Management-Geschäfts.
14.242 Mitarbeiter:innen
Bei der MTU waren am Quartalsende 14.242 Mitarbeiter:innen beschäftigt, 4 % mehr als am Jahresende 2025 (31. Dezember 2025: 13.674 Mitarbeiter:innen).
Vorbehalt bei Zukunftsaussagen
Diese Quartalsmitteilung enthält zukunftsgerichtete Aussagen. Diese Aussagen spiegeln die gegenwärtigen Auffassungen, Erwartungen und Annahmen der Geschäftsführung der MTU Aero Engines wider und basieren auf Informationen, die der Geschäftsführung zum gegenwärtigen Zeitpunkt zur Verfügung stehen. Zukunftsgerichtete Aussagen enthalten keine Gewähr für den Eintritt zukünftiger Ergebnisse und Entwicklungen und sind mit Risiken und Unsicherheiten verbunden. Die tatsächlichen zukünftigen Ergebnisse der MTU Aero Engines und Entwicklungen betreffend die MTU Aero Engines können daher aufgrund verschiedener Faktoren wesentlich von den hier geäußerten Erwartungen und Annahmen abweichen. Zu diesen Faktoren gehören insbesondere Veränderungen der allgemeinen wirtschaftlichen Lage und der Wettbewerbssituation, die Zyklizität der Flugzeugindustrie und Risiken in Zusammenhang mit der Beteiligung der MTU Aero Engines an Konsortien für die Entwicklung und den Bau von neuen Triebwerken. Darüber hinaus können die Entwicklungen auf den Finanzmärkten und Wechselkursschwankungen sowie nationale und internationale Gesetzesänderungen, insbesondere in Bezug auf steuerliche Regelungen und Gesetze betreffend die Herstellung und den Einsatz von Triebwerken im Luftverkehr, sowie andere Faktoren einen Einfluss auf die zukünftigen Ergebnisse und Entwicklungen der MTU Aero Engines haben. Terroranschläge und deren Folgen können die Wahrscheinlichkeit und das Ausmaß von Abweichungen erhöhen. Die MTU Aero Engines übernimmt keine Verpflichtung, die in dieser Mitteilung enthaltenen Aussagen zu aktualisieren.
