Rolls-Royce investiert 300 Millionen Pfund in fünf britische Fertigungs- und Engineering-Standorte. Der größte Anteil entfällt auf Derby und Bristol. Weitere Investitionen gehen nach Inchinnan bei Glasgow, Rotherham und Ansty. Das Programm erweitert die Kapazitäten für zivile Triebwerke, Defense-Programme und die Fertigung von Triebwerkskomponenten.
Derby: Mehr als 140 Millionen Pfund für zivile Triebwerksprogramme
Mehr als 140 Millionen Pfund investiert Rolls-Royce in Derby. Der Standort ist das britische Zentrum für Design, Engineering, Programmmanagement und Advanced Manufacturing der großen zivilen Trent-Triebwerke. Dort befinden sich außerdem Triebwerkstest- und Präzisionsgusskapazitäten; zugleich bildet Derby die letzte Stufe der komplexen globalen Lieferkette für die Trent-Triebwerke.
Neue Engineering- und Fertigungseinrichtungen sollen zusätzliche Kapazitäten schaffen. Rolls-Royce erweitert außerdem die Möglichkeiten für das Aftermarket-Geschäft und will die betrieblichen Abläufe verbessern. Die Arbeiten sollen 2028 abgeschlossen sein.
Bristol: Mehr als 90 Millionen Pfund für militärische Antriebstechnik und MRO
Am Defense-Standort Bristol sind Investitionen von mehr als 90 Millionen Pfund vorgesehen. Rolls-Royce modernisiert dort Arbeitsbereiche und IT-Infrastruktur und baut die Kapazitäten für Maintenance, Repair and Overhaul (MRO) aus. Das Programm soll 2031 abgeschlossen sein. Mehr als 3.500 Beschäftigte arbeiten am Standort.
Bristol übernimmt Entwicklung, Engineering und Unterstützung über den Lebenszyklus mehrerer militärischer Luftfahrt- und Marineprogramme. Dazu gehören das EJ200 des Eurofighter Typhoon, an dem Rolls-Royce als Partner des EUROJET-Konsortiums beteiligt ist, die MT30-Marineturbine sowie Arbeiten für das Global Combat Air Programme (GCAP).
Inchinnan: 43 Millionen Pfund für zusätzliche Komponentenfertigung
In Inchinnan bei Glasgow investiert Rolls-Royce 43 Millionen Pfund. Mit neuen Maschinen soll der Standort künftig zusätzliche Triebwerkskomponenten fertigen können. Weitere technische Details zu den Komponenten oder den vorgesehenen Fertigungsverfahren nennt das Unternehmen nicht.
Rotherham: Produktion von Turbinenschaufeln soll sich verdoppeln
19 Millionen Pfund fließen in das Advanced Blade Casting Facility in Rotherham. Hinzu kommen zwei Millionen Pfund von der South Yorkshire Mayoral Combined Authority. Das Programm soll Fertigungskapazität und Produktivität erhöhen und den Ausstoß fortschrittlicher Turbinenschaufeln bis 2030 verdoppeln.
Turbinenschaufeln zählen zu den zentralen Komponenten eines Strahltriebwerks. Rolls-Royce will den Ausstoß der in Rotherham gefertigten Advanced Turbine Blades bis 2030 verdoppeln.
Ansty: Fünf Millionen Pfund für neue Fertigungstechnik
Am Standort Ansty in Warwickshire investiert Rolls-Royce weitere fünf Millionen Pfund in die Modernisierung von Maschinen. Die neuen Anlagen sollen Fertigungskapazität und Effizienz erhöhen. Eine genauere Zuordnung zu einzelnen Komponenten oder Triebwerksprogrammen enthält die Ankündigung nicht.
Rolls-Royce baut britische Industriekapazitäten aus
CEO Tufan Erginbilgic bezeichnete die Investition als klare Aussage über die Absichten von Rolls-Royce in Großbritannien. Das Unternehmen will seine dortige Advanced-Manufacturing-Basis weiter ausbauen und die dafür notwendige Infrastruktur schaffen. Die Investitionen sollen nach Angaben von Rolls-Royce zugleich Tausende hochqualifizierte Arbeitsplätze im Unternehmen und in der britischen Lieferkette unterstützen.
Rolls-Royce gab 2025 nach eigenen Angaben mehr als 2,8 Milliarden Pfund bei britischen Zulieferern aus. Mit dem neuen Investitionsprogramm richtet der Triebwerkshersteller seine Infrastruktur auf den Fertigungsbedarf und die Entwicklung künftiger ziviler und militärischer Luftfahrtprogramme aus.
Quelle: Rolls-Royce
