Vier Tage nach der Ankündigung einer umfangreichen Flugzeugbestellung bei Airbus und Boeing hat der Flugzeugleasinganbieter Avolon nun auch einen Triebwerksauftrag bestätigt. Das irische Unternehmen bestellt 70 Trent-7000-Triebwerke bei Rolls-Royce. Sie sind für 35 Airbus A330-900 vorgesehen, die zum jüngsten Beschaffungspaket des Unternehmens gehören.
Rolls-Royce liefert mit dem Trent 7000 das einzige für diesen Flugzeugtyp angebotene Triebwerk. Die 70 bestellten Einheiten entsprechen der Ausstattung der 35 zweistrahligen Maschinen.
Insgesamt 250 Flugzeuge bei Airbus und Boeing bestellt
Bereits am 9. Oktober hatte Avolon den Kauf von 250 neuen Verkehrsflugzeugen bekannt gegeben. Der größte Teil entfällt mit 140 Maschinen auf die Boeing 737 MAX. Hinzu kommen 75 Flugzeuge der Airbus-A320neo-Familie und die 35 A330-900. Für weitere 100 Airbus-Flugzeuge sicherte sich Avolon Kaufoptionen.

Die Bestellung erhöht den Auftragsbestand des Leasingunternehmens deutlich. Allein beim Airbus A330-900 summieren sich die Bestellungen inzwischen auf 114 Exemplare. Laut Airbus ist Avolon damit der größte Leasingkunde für diesen Flugzeugtyp. Über sämtliche Baureihen hinweg steigt der Bestand fest bestellter, noch auszuliefernder Flugzeuge auf 749.
Abgeschlossen ist das Geschäft formal noch nicht. Die Flugzeugbestellungen bedürfen der Zustimmung der Aktionäre von Bohai Leasing, das 70 Prozent an Avolon hält. Das Unternehmen erwartet die Genehmigung bis Ende Oktober.
Trent 7000: Technik aus der Trent-XWB-Familie
Für den Antrieb des A330neo nutz Rolls-Royce Technologien, die unter anderem beim Trent XWB des Airbus A350 zum Einsatz kommen. Das Trent 7000 ist als Dreiwellentriebwerk ausgelegt, bei dem Hoch-, Mittel- und Niederdrucksystem auf drei Wellen laufen, die mit unterschiedlichen Drehzahlen arbeiten.
Zu den technischen Merkmalen zählen sogenannte Blisks im Verdichter, bei denen Laufschaufeln und Rotorscheibe ein integriertes Bauteil bilden. Beim Fan kommen hohle Titanschaufeln zum Einsatz.
Rolls-Royce gibt den Kraftstoffverbrauch des A330neo mit Trent 7000 pro Sitz mit rund 14 Prozent weniger als bei der vorherigen A330-Generation an. In diesen Vergleich fließen sowohl die Verbesserungen am Flugzeug als auch die Triebwerkstechnik ein.
Seit der Indienststellung hat die weltweite Trent-7000-Flotte nach Angaben des Herstellers mehr als fünf Millionen Flugstunden absolviert. Das Triebwerk ist außerdem für den Betrieb mit einer Beimischung von bis zu 50 Prozent nachhaltigem Flugkraftstoff (SAF) zugelassen.
Bilder: Airbus, Rolls Royce
