Die europäische Luftfahrtbehörde EASA beabsichtigt, die zulässige Lebensdauer bestimmter Elektronikmodule in der Flugsteuerung des Airbus A350 zu begrenzen. Anlass sind Ermüdungserscheinungen an Lötverbindungen, die Funktionsstörungen einzelner Flugsteuerungsaktuatoren verursachen können. Die Maßnahme betrifft die Baureihen A350-900 und A350-1000.
Materialermüdung an dezentralen Steuerungsmodulen
Die sogenannten Flight Control Remote Modules (FCRM) dienen als dezentrale elektronische Schnittstellenmodule innerhalb der Flugsteuerungsarchitektur. Ihre Aufgabe ist es, Steuerbefehle zwischen den Flugsteuerungsrechnern und den zugehörigen Aktuatoren zu verarbeiten beziehungsweise zu übertragen. Bei einem Defekt können einzelne Aktuatorfunktionen so beeinträchtigt sein, dass sie nicht mehr wie vorgesehen zur Verfügung stehen. Ein vollständiger Ausfall der Flugsteuerung folgt daraus jedoch nicht zwangsläufig.
Erfahrungen aus dem Flugbetrieb zeigen, dass Lötverbindungen in bestimmten Modulen ermüden können. Aus diesem Grund hatte die EASA schon im Januar 2025 angeordnet, betroffene Komponenten auszutauschen.
Der im Oktober 2026 veröffentlichte Vorschlag PAD 26-129 zielt auf eine Verschärfung der bisherigen Vorgaben. Demnach wären betroffene Module auszutauschen, bevor sie 5.500 Flugzyklen oder 32.000 Flugstunden erreichen. Entscheidend wäre, welcher Grenzwert zuerst erreicht wird. Für Module, die sich bereits im Einsatz befinden, enthält der Vorschlag eine Übergangsregelung: Der Austausch richtet sich nach dem späteren von zwei Zeitpunkten – dem Erreichen der neuen Lebensdauergrenze oder dem Ablauf von zwei Jahren und fünf Monaten nach Inkrafttreten der künftigen Anweisung.
Das Konsultationsverfahren zu dem Vorschlag läuft noch. Fluggesellschaften und MRO-Betriebe müssen dabei vor allem die Folgen für die Ersatzteilversorgung und die vorbeugende Instandhaltung berücksichtigen.
