GE CF34: Korrosion kann Triebwerkssteuerung auf Leerlaufschub begrenzen

Die US-Luftfahrtbehörde FAA verlangt Softwareanpassungen bei bestimmten Varianten des GE-CF34-Triebwerks. Anlass sind drei gemeldete Vorfälle, bei denen Warnmeldungen der Triebwerkssteuerung auftraten. Bei der Untersuchung zeigte sich ein Zusammenhang zwischen Korrosion im Verdichterbereich und der Reaktion älterer FADEC-Softwareversionen.

Schwergängige Leitschaufeln können Schutzfunktion auslösen

Die Vorgaben betreffen die Triebwerksfamilien CF34-8C und CF34-8E. Diese kommen unter anderem in Regionalflugzeugen von Bombardier und Embraer zum Einsatz.

Bildet sich Korrosion zwischen dem Gehäuse des Hochdruckverdichters und den Buchsen der verstellbaren Leitschaufeln, kann deren Betätigungsmechanismus schwergängig werden. Die Betätigung erfordert dann eine höhere Stellkraft. Unter Umständen erreichen die Leitschaufeln die durch die Steuerbefehle vorgegebene Position dadurch erst mit Verzögerung.

Die sogenannten Variable Stator Vanes stimmen die Luftströmung im Verdichter auf die jeweiligen Betriebsbedingungen ab. Damit unterstützen sie einen stabilen Verdichterbetrieb über einen breiten Drehzahlbereich.

Bei einer Abweichung zwischen der tatsächlichen Position der Leitschaufeln und der angeforderten Stellung können bestimmte Softwareversionen der digitalen Triebwerkssteuerung eine Schutzfunktion aktivieren. Diese senkt den Schub auf Leerlauf. Anschließend kann eine erneute Schuberhöhung bis zu einem Triebwerksneustart gesperrt bleiben. Die Leerlaufbegrenzung entsteht somit, weil die Steuerungssoftware auf die mechanische Beeinträchtigung reagiert; sie folgt nicht unmittelbar aus der Korrosion.

Laut FAA waren die betroffenen Triebwerke zuvor längere Zeit in küstennahen Regionen abgestellt und während dieses Zeitraums nur wenig genutzt worden.

Die Lufttüchtigkeitsanweisung 2026-21-11 wird am 27. November 2026 wirksam. Sie verpflichtet Betreiber, betroffene Steuergeräte binnen zwölf Monaten auf einen zulässigen Softwarestand zu aktualisieren. Nach Schätzung der FAA fallen 3.364 Triebwerke im US-Register unter die Vorgaben.