Airbus A330neo: Kabelbaumführung könnte beide Bremssysteme gefährden

Die europäische Luftfahrtbehörde EASA verlangt für bestimmte Airbus A330neo eine Anpassung der Verkabelung im Fahrwerksbereich. Anlass ist ein mögliches Schadensszenario: Die Lauffläche eines Reifens könnte sich ablösen und sowohl elektrische Leitungen als auch eine Hydraulikleitung beschädigen. Im schlimmsten Fall könnten infolgedessen die normale und die alternative Bremsfunktion zugleich ausfallen.

Schutz vor Triebwerkstrümmern führt zu zusätzlicher Schwachstelle

Die Vorgabe betrifft die Airbus-Baureihen A330-841 und A330-941. Laut EASA wurden die Leitungen für die Raddrehzahlsensoren ursprünglich so verlegt, dass sie bei einem unkontrollierten Triebwerksversagen bestmöglich gegen umherfliegende Trümmerteile geschützt sind.

Aus dieser Anordnung ergibt sich allerdings ein weiteres Risiko: Abgelöste Teile einer Reifenlauffläche könnten sowohl die Verkabelung der beiden Raddrehzahlsensoren als auch eine angrenzende Hydraulikleitung treffen. Ein und dasselbe Schadensereignis könnte somit mehrere Komponenten gefährden, die für die Bremsfunktion wesentlich sind.

Die Lufttüchtigkeitsanweisung 2026-0200 der EASA fordert daher eine Anpassung der Leitungsführung. Sie wurde am 20. Oktober 2026 veröffentlicht und wird am 3. November wirksam. Für die Umsetzung der Modifikation haben Betreiber 61 Monate Zeit.

Die Änderung soll sicherstellen, dass die vorgesehenen Redundanzen des Bremssystems bei einem einzelnen Reifenschaden erhalten bleiben.