Singapore Airlines hat mit dem US-Unternehmen Aether Fuels die Abnahme von bis zu 4.800 Tonnen Sustainable Aviation Fuel (SAF) verbindlich vereinbart. Die Lieferungen des nachhaltigen Flugkraftstoffs aus einer geplanten Produktionsanlage in Singapur sollen 2028 beginnen. Der Vertrag hat eine Laufzeit von drei Jahren.
Biomethan und industrielle Abgase als Ausgangsstoffe
Zum Einsatz kommen soll das von Aether Fuels entwickelte Aurora-Verfahren. Während der derzeit weitverbreitete HEFA-Prozess überwiegend Öle und Fette nutzt, dienen hier kohlenstoffhaltige Ausgangsstoffe wie Biomethan und industrielle Abgase als Rohstoffe.
Ein weiterentwickelter Fischer-Tropsch-Prozess soll diese Ausgangsstoffe in flüssige Kohlenwasserstoffe überführen. Dazu wird zunächst ein Synthesegas aus Kohlenmonoxid und Wasserstoff bereitgestellt. Katalytische Reaktionen erzeugen daraus anschließend längerkettige Kohlenwasserstoffe, die sich zu Flugkraftstoff weiterverarbeiten lassen.
Die unter dem Namen Project Beacon geplante Anlage soll die Herstellung des Kraftstoffs in industriellem Maßstab ermöglichen. Ob sie die vorgesehenen Produktionsmengen und wirtschaftlichen Kennzahlen erreicht, bleibt jedoch abzuwarten.
Bereits 2025 hatten Singapore Airlines und Aether Fuels ihre geplante Zusammenarbeit in einer Absichtserklärung festgehalten. Der nun geschlossene Abnahmevertrag gibt ihren Vorhaben zur künftigen Kraftstoffversorgung einen verbindlichen Rahmen.
Für die Luftfahrt liegt die Bedeutung des Verfahrens vor allem darin, dass es die Rohstoffbasis für SAF über gebrauchte Speiseöle und andere fettbasierte Ausgangsstoffe hinaus verbreitern könnte.
