Boeing 787: FAA verlangt besseren Schutz vor Triebwerkstrümmern

Die US-Luftfahrtbehörde FAA hat eine Lufttüchtigkeitsanweisung für bestimmte Boeing 787-8, 787-9 und 787-10 mit Rolls-Royce-Trent-1000-Triebwerken erlassen. Hintergrund ist ein unzureichender Schutz des rechten Triebwerks vor Trümmerteilen, die bei einem schweren Schaden am linken Triebwerk entstehen könnten. Im ungünstigsten Fall könnten beide Triebwerke ausfallen.

Turbinenschaden könnte auch das zweite Triebwerk beeinträchtigen

Betroffen ist die linke Fan-Cowl-Verkleidung des rechten Triebwerks. Nach Erkenntnissen der FAA schützt sie mehrere Ölleitungen und eine Druckmessleitung nicht ausreichend vor Trümmern, die bei einem unkontrollierten Versagen der Mitteldruckturbine des linken Triebwerks entstehen könnten. Werden diese Leitungen durch umherfliegende Turbinenteile beschädigt, könnte auch das zunächst funktionsfähige rechte Triebwerk ausfallen.

Die Lufttüchtigkeitsanweisung 2026-20-16 verlangt eine Überprüfung der Teilenummer der betroffenen Verkleidung anhand der Wartungsunterlagen oder durch eine Inspektion. Je nach Ergebnis müssen die Betreiber die vorgeschriebenen Korrekturmaßnahmen durchführen.

Nach Schätzungen der FAA sind 22 Flugzeuge im US-Register betroffen. Die Anweisung basiert auf einem Boeing-Service-Bulletin vom Februar 2026 und tritt am 23. November 2026 in Kraft.

Ein tatsächlicher gleichzeitiger Ausfall beider Triebwerke ist nicht Gegenstand der Behördenmeldung. Die Maßnahme soll verhindern, dass ein unkontrollierter Turbinenschaden über Folgeschäden an den Leitungen die Funktionsfähigkeit des zweiten Triebwerks gefährdet.