Safran Electronics & Defense führt sein Trägheitsnavigationssystem SkyNaute erstmals in der zivilen Verkehrsluftfahrt ein. Airbus hat sich beim A220 für das System entschieden. Die Technologie soll eine zuverlässige Navigation gewährleisten, selbst wenn Satellitensignale gestört, unterdrückt oder manipuliert werden.
Resonatorkreisel ermöglicht Navigation unabhängig von GNSS
SkyNaute verbindet Trägheitsnavigation mit Daten satellitengestützter Navigationssysteme (GNSS). Das Kernstück bildet ein hemisphärischer Resonatorkreisel (Hemispherical Resonator Gyroscope, HRG). Er misst Drehbewegungen anhand der Schwingungen eines Resonators und benötigt keine mechanisch rotierenden Kreisel.
Zu einem vollständigen Trägheitsnavigationssystem gehören neben Drehratenmessungen auch Beschleunigungssensoren. Die gewonnenen Messwerte dienen dazu, die Flugzeuglage sowie Änderungen von Geschwindigkeit und Position zu berechnen. Dieses Verfahren benötigt keine externen Funksignale. Messfehler können sich jedoch im Laufe der Zeit summieren. Im Normalbetrieb werden die Daten daher mit anderen Navigationsquellen zusammengeführt.
Ist der Satellitenempfang gestört, lässt sich die Navigation anhand der Trägheitsmessungen weiterführen. Wie genau sie dabei bleibt, hängt von der Dauer des Signalausfalls ab.
Safran nutzt SkyNaute bereits in unterschiedlichen militärischen Luftfahrzeugen. Um die Fertigung seiner HRG-Technologie auszuweiten, investiert das Unternehmen 120 Millionen Euro am französischen Standort Montluçon. Nach Unternehmensangaben soll die jährliche Produktionskapazität bis 2032 von 10.000 auf 30.000 Einheiten wachsen.
